Kunst

Kunst ist eine Befreiung des Menschen aus der lastenden Schwere seines innerweltlichen Befangenseins. Sie ist zunächst Rückzug in die Einsamkeit, um sich aus der Bedrängnis loslösen zu können; sodann ist sie aber Rückkehr in die Kommunikation, indem sie durch das Kunstwerk die Beziehung zu vielen – zur Menschheit überhaupt – aufnimmt. Der Künstler deutet den sprachlosen
Mitmenschen die Probleme ihres Daseins. Er macht die
undurchsichtigen Lebensverhältnisse transparent; dies ist nach Ibsen seine vornehmste Aufgabe.

—Josef Rattner

Zwangsneurose

Die Patienten fühlen sich heimatlos in der Welt. Überall lauert Unsicherheit; sicher sind sie nur dann einigermaßen, wenn sie ihre Rituale befolgen. Echtes Handeln wird immer seltener; es gibt nur noch Geschäftigkeit ohne Sinn und Ziel, Zeitvertrödeln, ohne dass etwas vollbracht wird. Damit geht [laut Straus] die geschichtliche Dimension des Daseins verloren.

—Josef Rattner